Unsere Orden

Sie gehören zur Fastnacht wie Narrenkappe und Büttenrede. Durch den Orden identifiziert sich der Narr mit seiner Korporation und trägt ihn als sichtbaren Beweis für sein Engagement in der fröhlichsten Zeit des Jahres.

Die Geschichte der närrischen Orden ist dabei so alt wie die organisierte Fastnacht selbst, die in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts begann. Eines der Gründerziele war es, das lange Zeit dem Adel und dem Militär vorbehaltene Ordenswesen zu persiflieren.

Heute ist der Orden ein fester Bestandteil des Karnevals geworden und Karnevalisten in den verschiedensten Karnevalshochburgen sehen ihn als Belohnung für ihr Engagement in der närrischen Zeit an. So hat der Orden, der anfangs als Persiflage gedacht war, seine ursprüngliche Bedeutung ins Gegenteil verkehrt. Beim RCV werden sie ausschließlich für Verdienste um die Kampagne verliehen.

 

Orden 2019 - Glocken für die St. Jakobus Kirche

Mit einer "verrückten Idee", wie es Pfarrer Marcus Fischer selbst beschreibt fing alles an.

 

"Ein Zimbelgeläut für Sankt Jakobus"

Die Idee entstand vor etwa anderthalb Jahren beim Kirchbauverein St. Jakobus. Mit der Initiative "Ein Zimbelgeläut für St. Jakobus" wurde die Zahl der Glocken in der Rüdesheimer Kirche von fünf auf neun erhöht. Damit ist die St. Jakobus Kirche die einzige Kirche im gesamten Bistum, die neben dem Frankfurter Kaiserdom ein solches Großgeläut hat.

 

Verstärkung für die 700 Jahre alte kleine Glocke

Zwar besitzt die Kirche bereits vier funktionsfähige Glocken aus dem Jahr 1960, zusätzlich hängt im Kirchturm aber auch eine kleine, historische Glocke, in der Glockenkunde als Zimbel bezeichnet. Sie ist mit einem Alter von über 700 Jahren die älteste Glocke der Region, konnte bisher aber kaum eingesetzt werden, da die kleine Glocke klanglich nicht zu den anderen passt. Sie wurde deshalb jahrelang überhaupt nicht oder nur solistisch eingesetzt.

Dies sollte sich in Zukunft ändern und so brauchte man, um die klangliche Lücke zu schließen, vier weitere Glocken.

 

Marienglocke & St. Josephsglocke

Zwei davon wurden von der seit mehreren Jahren geschlossenen Marienkirche in Geisenheim übernommen, die Marienglocke und die St. Josephsglocke. Diese wurden seinerzeit von der Glockengießerei Feldmann & Marchell gegossen und im August 1956 im 28 Meter hohen Glockenturm der Marienkirche installiert.

Die Marienglocke ist der Mutter Gottes gewidmet und bietet Schutz der Gläubigen. Die St. Josephsglocke bittet Joseph um den Schutz bei der Arbeit.

 

Christophorus & Urban

Am 14. September 2018 beschloss man, die anderen beiden Glocken in der Glocken- und Kunstgießerei Rincker im mittelhessischen Sinn gießen zu lassen. Die Lautstärke des Läutens verändere sich nicht, aber es kann viel variantenreicher und thematischer geläutet werden.

Rund 48.000 Euro kostete das Projekt. Der Geldbetrag konnte innerhalb von zehn Monaten über Spenden eingebracht werden. Die Landesregierung und die Pfarrei beteiligten sich mit kleineren Spenden, der größte Teil jedoch wurde von Privatpersonen aus der Region übernommen.

Der Verein "Buddies and Bikes", der jährlich die "Magic Bike Rüdesheim" veranstaltet, hat allein die kompletten 5.000 Euro zur Finanzierung einer der beiden Glocken übernommen. Sie ist deshalb auch dem heiligen Christophorus, dem Schutzpatron aller Reisenden, geweiht. Für die zweite Glocke haben die Weingüter Leitz, Georg Breuer, Dr. Nägler sowie die Jagdgenossenschaft gestiftet. Sie ist nach Urban, dem Schutzpatron der Winzer benannt.

Glockengeläut ist sinnvoll, es verkündet nicht nur die Uhrzeit oder ruft zum Gottesdienst. Es begleitet uns Menschen ein Leben lang im Alltag. Für viele bedeutet es auch Identifikation mit der Heimat. Und heimatverbunden sind hier in der Region die Meisten.

Erstmals waren die Glocken am Sonntag, 25. November 2018 zu hören, in einem festlichen Gottesdienst zum "Katharinentag". Abt em. Benedikt Müntnich von der Abtei Maria Laach weihte die neuen Glocken und segnete die beiden Glocken der Marienkirche. Zahlreiche Menschen kamen zum Gottesdienst und bewunderten die festlich geschmückten Glocken, die in der Pfarrkirche aufgereiht waren.

Schließlich wurden alle vier Glocken am Dienstag, 27. November mit einem Kran in die Glockenstube des Turms gehoben. Am Samstag, 1. Dezember 2019 um 16.00 Uhr hörte man die neuen Glocken zum ersten Mal erklingen und der erste Advent wurde festlich eingeläutet. Weiter dürfen wir uns an ausgesuchten Hochfesten an dem Glockengeläut erfreuen: Weihnachten, Tag des ewigen Gebetes, Ostern, Pfingsten, Christi Himmelfahrt, Fronleichnam, Jakobustag, Kirchweihfest, Erntedank und Silvester um 24 Uhr.

 

Idee und Gestaltung: Conny Ohlig

 

Die St. Jakobus - Glocken im Überblick:

  1. Jakobus | 2.720 kg | C' | Schilling, Heidelberg, 1960
  2. Martin | 1.700 kg | D' | Schilling, Heidelberg, 1960
  3. Maria | 1.100 kg | F' | Schilling, Heidelberg, 1960
  4. Katharina | 780 kg | G' | Schilling, Heidelberg, 1960
  5. Josef | 380 kg | Bb | Feldmann u. Marschel 1954
  6. Maria u. Johannes | 280 kg | C'' | Feldmann u. Marschel 1954
  7. Urban | 272 kg | Es'' | Rincker, Sinn, 2018
  8. Christophorus | 209 kg | F' | Rincker, Sinn, 2018
  9. Alte Glocke | 250 kg | Gis'' | unbekannt, ca. 1280

Orden 2018 - Siegfrieds mechanisches Musikkabinett

Ungefähr 350 selbstspielende Musikinstrumente aus drei Jahrhunderten begegnen dem Besucher auf dem 45-minütigen Rundgang durch den historischen Brömserhof in Rüdesheim.

Die Idee, ein Museum zu gründen, kam Siegfried Wendel auf seiner Hochzeitsreise mit seiner Frau Gretel.

Mitte der 1960er Jahre besuchten diese ein Freilichtmuseum in Los Angeles. Das junge Ehepaar war beeindruckt von einem Saloon-ähnlichen Haus, in dem sich ein ganzes Arsenal mit Player-Pianos und weiteren Automaten befand. Und schon stand für Siegfried Wendel fest, dass es so etwas auch in Deutschland geben müsse.

 

5 Jahre später ist aus seinem Traum Wirklichkeit geworden.

 

Im Oktober 1969 konnte Siegfried Wendel seine ersten Gäste im Dahlheimer Klosterhof begrüßen. In diesem Heimatmuseum eröffnete er das "Erste Deutsche Museum für mechanische Musikinstrumente". Wendel sah schon damals Rüdesheim am Rhein, aufgrund des großen Touristenandrangs, als idealen Standort für sein Vorhaben. Doch die Rüdesheimer Stadtväter versagten ihm die Unterstützung.

 

Da in Hochheim der Raum im Heimatmuseum zu klein wurde, zog er 1971 mit seinen Musikinstrumenten in das ehemalige "Fischle"-Weingut, was er zu diesem Zweck erworben hatte. Dennoch hatte er ein Problem, die Besucherströme blieben aus.

 

1973 wurde in Rüdesheim das Gebäude der ehemaligen Winzergenossenschaft verkauft und Wendel griff zu. Es entstand "Siegfrieds Mechanischer Musiksalon". Aber dennoch blieben die Touristen weg. Dies änderte sich jedoch, als Wendel auf dem Rüdesheimer Weinfest den Kontakt zu englischen Reiseleitern herstellte.

 

Bundesweit bekannt wurde Siegfried Wendels Sammlung, als ihn der damalige Bundeskanzler Helmut Schmidt zu seinem Gartenfest nach Bonn einlud, wo er und seine Mitarbeiter im Palais Schaumburg ein Konzert mit den mechanischen Musikinstrumenten gaben.

 

Danach war der Besucherandrang im Rüdesheimer Museum sehr groß. Dies brachte jedoch neue Probleme mit sich, denn nun waren die Räume der ehemaligen Winzergenossenschaft ebenfalls zu klein.

 

Wendel überlegte das Angebot der Stadt Rothenburg ob der Tauber anzunehmen, sein Museum dorthin zu verlegen. Doch nun reagierten die Verantwortlichen der Stadt Rüdesheim und boten ihm den Brömserhof in der Oberstraße an. Heute empfängt Familie Wendel in ihrem Museum rund 130.000 Besucher pro Jahr.

 

Im Oktober 2015 verstarb Siegfried Wendel, doch glücklicherweise begeistern sich Frau Gretel, Sohn Jens und die Enkel Lena und Lucas für die mechanischen Musikautomaten und führen das beeindruckende Museum fort.

 

Daten zum historischen Gebäude

Besitzer:

Brömser von Rüdesheim (1668 mit Heinrich Brömser ausgestorben)

Familie Wendel (1998)

Historie:

  • Um 1292 erbaut
  • 1544/49 Errichtung des Erweiterungsbaus
  • 1609 Bau des Mangschen Hauses für Margarethe Brömser geb. von Cronberg
  • um 1650/52 Bau des Südwestflügels

Quellen:

www.smmk.de

www.alleburgen.de

 

Idee und Gestaltung: Conny Ohlig

Orden 2017 - Burgruine Ehrenfels

Die Burg Ehrenfels ist die Ruine einer Hangburg westlich von Rüdesheim am Rhein auf halber Strecke nach Assmannshausen. Dort steht sie am nordöstlichen Rheinufer am Steilhang des Rüdesheimer Berges.

 

Von der einstigen knapp 600 qm großen Zollburg sind die 4,60 m dicke und 20 m hohe Schildmauer mit ihren beiden 33 m hohen Ecktürmen sowie Reste des Palas und eines Torbaus erhalten. Seit 2002 ist die Burgruine Ehrenfels Teil des "UNESCO-Welterbes Oberes Mittelrheintal".

 

Etwa 1208 - 1220 erbaute Vicedom Philipp von Bolanden die Burg im Auftrag und mit Hilfsmitteln des Erzbischofs Siegfried von Mainz. Scheinbar gefiel dem Baumeister sein Werk jedoch so gut, dass er es für sich selber in Besitz nahm. Den Mainzer mag das sehr verdrossen haben, denn erst 1222 gelang es, Philipps Witwe zur Herausgabe von "Ehrenfels" zu zwingen. Um diese Zeit errichtete man auf einer gegenüber gelegenen Insel im Rhein den sog. "Mäuseturm" (von Maut = Zoll), der in Verbindung mit der Burg eine gute funktionierende Zollanlage ergab.

 

Gegen Mitte des 14. Jh. baute man die Burg großzügig aus. Von dieser Zeit an zogen sich die Mainzer Erzbischöfe nach hier zurück. Unterhalb der Wehranlage befand sich ein Zollhaus, das im 30-jährigen Krieg zerstört wurde. Die "Ehrenfels" selbst war während dieses Krieges wechselnd im Besitz der Schweden oder Kaiserlichen.


Erst 1689, im pfälzischen Raubkrieg, zerstörten französische Truppen die Burg bis auf den heute noch erhaltenen Bestand.

 

Idee und Gestaltung: Conny Ohlig

Orden 2016 - Germania

Der Orden 2016 wird von unserer Germania geziert. In der Zeitreise findet endlich die über alles erhabene Gestalt unserer Stadt ihren Platz beim RCV. Mit Stolz schwingt sie die Narrekapp' und wird vom Bajazz, der auf dem Narrenzepter sitzt, verliebt angelächelt.

Millionenfach abgelichtet, fotografiert, gemalt und in Filmen verewigt, ist das Niederwald-Denkmal mit der Statue Germania das Aushängeschild von Rüdesheim und symbolisiert wir kein anderes Monument das Tor zum "Weltkulturerbe Oberes Mittelrheintal".

Bereits 1893 schufen fachkundige Konditoren der Schokoladenfabrik "Ludwig Stollwerk" aus 300 kg edler Schokolade einen 12 Meter hohen Tempel mit einer Nachbildung der schönen Bronze-Dame. Sie wurde auf der Weltausstellung "World's Columbian Exposition" Chicago der Weltöffentlichkeit vorgestellt. Ein echter "Hingucker" würde man heute sagen. Eine handwerkliche Meisterleistung, genau wie unser Orden!

 

Idee und Gestaltung: Conny Ohlig

Orden 2015 - Adlerturm

Der 20,5 m hohe spätgotische Eckturm der alten Stadtbefestigung wurde im 15. Jahrhundert erbaut und lag früher unmittelbar am Rhein. Vom Adlerturm wurde der Beginn des Eisgangs durch eine Signalstange mit Feuerkorb gemeldet.

Nach einem Bild von 1845 befand sich am Adlerturm ein kleiner Hafen, der möglicherweise schon Jahrhunderte bestanden hat.

Der Turm hat 4 Geschosse, von denen das unterste als Verließ diente. Er wurde anscheinend auch einmal zur Aufbewahrung von Pulver benutzt, denn er wurde früher "Pulverturm" genannt.

Seinen Namen hat er von dem früher dort befindlichen Gasthaus "Zum Adler", in dem Goethe bei seinem Besuch in Rüdesheim 1814 Quartier nahm. Dieses und der Turm befinden sich heute im Besitz der Nassauischen Sparkasse.

Die einheimische Gastronomie hat dies allerdings etwas anders dargestellt: Auf Fragen der Touristen wurde mitgeteilt, dass Adler dort nisten. Bei Nachfrage wo die jetzt sind wurde erklärt, dass diese jetzt auf Futtersuche sind.

 

Idee und Gestaltung: Conny Ohlig

Orden 2014 - Bajazz

Nach einer freiwilligen Schutträumaktion (Reste des Bombenangriffs vom zweiten Weltkrieg) saßen am Rosenmontag, dem 8. Februar 1948 einige Rüdesheimer Bürger im Gasthaus "Rebstock" zusammen und nach einigen halben Schoppen war man sich einig, dass ein richtiger Karnevalverein vonnöten sei, um endlich wieder einmal fröhlich zu sein. Das war die Geburtsstunde des RCV. Die Original-Gründungsurkunde ist von 59 Personen unterzeichnet. Die erste Kappensitzung fand am 11.11.1948 im Gasthaus "Zum Felsenkeller" statt und zwar im dortigen Kellerlokal, da oberirdisch noch Schutt und Asche lagen. 1951 war die neue Stadthalle eingeweiht und alsdann zur Narhalle erkoren. Der erste große Fastnachtsumzug durch Rüdesheim fand am Fastnachtssonntag 1949 statt, mit 23 Zugnummern und einem "echten" Prinzenpaar, nämlich Lieselotte Schlotter und Franz Dreis. 1950 veranstaltete der RCV anstelle eines Umzugs ein Seifenkistenrennen, die Strecke ging von der "Weißen Muttergottes" bis zur Rheingauer Volksbank.

Um diese Zeit entstand der Bajazz, eine aus Pappmaché, Leim und Farbe erstellte Figur. Immer pünktlich zu den Sitzungen wurde er über dem Elferrat aufgebaut und ist seit dieser Zeit ein Symbol der Rüdesheimer Fassenacht. Ab und zu wurde er mit Papier, Leim und Farbe wieder aufgepäppelt. Während der letzten 66 Jahre ist der Verein durch viele Höhen und Tiefen gegangen, immer kam der Verein aus manchmal auch tiefen Talsohlen wieder zum Vorschein. Sinnbildlich der diesjährige Festorden zum 66. Jubiläum: Der Bajazz bricht aus dem Rebenblatt und Traube (Verbindung Rüdesheim und Wein) hervor um wiederum Fassenacht zu feiern.

 

Beschreibung des Ordens: hergestellt in 3D-Relief Metallguss, 9-farbiges Softemaille inkl. Epoxy auf den farbigen Flächen, Größe 100 mm hoch und breit, Grundmaterial altmessingfarben, Bajazz bricht aus Weinrebe und Blatt hervor, mittig sind Durchbrüche, Text: 66 Jahre - RCV -2014, oben zwei Ösen, komplettiert mit rot/grüner Kordel zum umhängen.

Idee und Gestaltung: Franz Siegmund

Orden 2013 - Sektkellerei Schultz Grünlack

Die Fabrikation des Schaumweins ist in Deutschland ein verhältnismäßig junges Gewerbe. Im Jahr 1850 gab es in Deutschland 43 Häuser welche Schaumwein produzierten. Der Weinhändler Friedrich August Schultz aus Köln betrieb seit 1840 eine Weinhandlung „Schultz & Reuter“ in Rüdesheim. 1875 erbaute er die neu gegründete Firma „Schultz & Dietrich“ gegenüber dem Rüdesheimer Bahnhof ein stattliches Fabrikgebäude. Nach dem Tode Dietrichs lautete die Firma „Rüdesheimer Schaumweinfabrik C.H.Schultz“, unter deren 8 Sektmarken war die „Extra Qualität Grünlack“ am umsatzträchtigsten. Zur Wahrung der Interessen erfolgte am 2. März 1892 die Gründung des „Syndikats der Schaumwein-Fabrikanten“, in dessen Vorstand auch C.H.Schultz vertreten war. In den Jahren 1902 bis 1933 mussten viele sich abwechselnde Steuern und Abgabenentrichtet werden: Sektsteuer (im Volksmund „Flottensteuer“ für die Aufrüstung), Schaumweinsteuer (bis heute), Banderolensteuer, Staffelsteuer und die Wertsteuer von 1922 bis 1926, die bis zu 55 % des Flaschenpreises ausmachte. Nach dem 1. Weltkrieg erwarb die Weinbrennerei Asbach & Co das Fabrikgelände und den Firmenmantel. 1919 wurde im Versailler Vertrag der Name „Champagner“, der damals für den Schaumwein üblich war, für Frankreich geschützt, zu dieser Zeit entstand der Name „Sekt“ (am Anfang „Sect). 1933 endlich wurde der Sekt fast steuerfrei und war für jedermann erschwinglich. Ziel war es dass Schaumwein kein Luxusgetränk mehr ist, sondern dass sich jeder Sekt zu feierlichen Anlässen leisten kann. 1957 wurde „Schultz Grünlack KG“ an die älteste rheinische Sektkellerei Burgeff in Hochheim veräußert. Erst 1969 wird im deutschen Weingesetz die deutsche Bezeichnung „Sekt“ für deutsche Erzeugnisse geschützt. Die Räumlichkeiten der ehemaligen Sektfirma werden jetzt zur Pralinenherstellung bzw. Verwaltung der Asbach-Pralinen in Lizenzherstellung durch Rüdesheimer-Confiserie-Pralinen genutzt.

 

Ausführung des Ordens: schwerer 3D-Metallguss, 8-farbiges Softemaille incl. Epoxy-Lack auf den farbigen Flächen, 70 mm hoch und breit. Gestaltung: altmessingfarben mit Durchbrüchen, oben zwei Ösen, Ringel und grün/weißer Kordel zum umhängen. Idee und Gestaltung: Franz Siegmund

Orden 2012 - Abtei St. Hildegard

Die Abtei steht kirchenrechtlich in der Nachfolge des 750 Meter südlich innerhalb des Ortes gelegenen und 1165 von der heiligen Hildegard von Bingen gegründeten Klöster Rupertsberg und Eibingen. Das Kloster Eibingen wurde im Zuge der Säkularistion 1803 aufgehoben.

Das oberhalb von Eibingen 1900 – 1904 im neo-romanischen Stil neu erbaute Kloster wurde von Fürst Karl zu Löwenstein-Wertheim-Rosenberg gestiftet und 1904 von Benediktinerinnen der Abtei St. Gabriel besiedelt. Es gehört zur Beuroner Kongregation. 1941 wurden die Schwestern im Zuge des Klostersturms der Nationalsozialisten von der Gestapo vertrieben, nach Kriegsende konnten sie 1945 zurückkehren. 1988 besiedelten die Schwestern das Kloster Marienrode bei Hildesheim neu, Marienrode war bis 1998 von Eibingen abhängig und wurde dann unabhängiges Priorat.

Dem Lebensunterhalt der Gemeinschaft dienen das Klosterweingut, der Klosterladen, die Kunstwerkstätten und die Aufnahme und Betreuung von Gästen.

 

Ausführung des Ordens: Schwerer gegossener Orden, ca. 70 mm hoch und breit, die Kirche in 3D-Relief, altmessingfarben, teils in 2D-Relief mit sechsfarbigem Softemaille, mit Exoxyüberzugslack auf den Farbflächen, mit Durchbrüchen, mit zwei Ösen, Ringel und grün/weißer Kordel zum umhängen. Idee und Gestaltung: Franz Siegmund

Orden 2011 - 750 (VII V 0) Jahre St. Jakobus-Kirche in Rüdesheim

Der älteste Teil der Pfarrkirche besteht aus der Turmkapelle (10.Jh.) mit zwei gedrungenen Säulen und Würfelkapitälen (heute Gnadenkapelle). Die Pfarrkirche entstand im 12. Jahrhundert auf Grund eines Gelübdes des Engelhard Brömser. Er stammte aus uraltem Rüdesheimer Adelsgeschlecht. Es wird berichtet, dass er am 3. Kreuzzug (1189-1192) teilnahm und in maurische Gefangenschaft geriet. Er versprach für den Fall einer glücklichen Heimkehr den Bau der Kirche. Das ersehnte Wunder fand statt, er kehrte zurück und ließ sogleich die Kirche bauen. Ebenfalls eine Stiftung der Brömser ist die gotische Hallenkirche aus dem 14./15. Jahrhundert. 1719 erfolgte eine totale Renovierung der Kirche. 1766 wurde der romanische Kirchturm mit einem "Zopfhelm" (Zwiebelturm) versehen und ein barocker Hochaltar eingerichtet. 1913-1914 konnte eine großzügige Erweiterung der Pfarrkirche durchgeführt werden. Am 25.11.1944  -  am Katharinentag  -  wurde die Kirche durch einen schweren Bombenangriff weitgehend zerstört. Sofort nach Ende des zweiten Weltkrieges begann der Wiederaufbau der Kirche als Hallenkirche unter Einbeziehung der erhaltenen alten Teile. 2010 wurde eine Sanierung des Altarraumes und des Kirchturmes durchgeführt.

Ausführung des Ordens: schwerer gegossener Orden, ca. 70 mm hoch und breit, die Kirche in 3D Relief, altmessingfarben, teils in 2D Relief mit 6-farbigem Softemaille, mit Epoxyüberzugslack auf den  Farbflächen, mit Durchbrüchen, mit zwei Ösen, Ringel und rot/weisser Kordel zu umhängen. Idee und Gestaltung: Franz Siegmund

Orden 2010 - Umzugwagen

Das Motiv Flasche für den Orden hat den Hintergrund, dass nach vielen Jahren ein neuer Motivwagen für den Fastnachtsumzug gebaut wurde. Dieser hat die Form einer Flasche mit einer oberen Öffnung für den Vorstand. Der Einstieg erfolgt unter dem Flaschenhals. Den "Jokus", nachgebaut und modernisiert, bereits seit den Anfangsjahren an den Sitzungen hinter dem Elferrat aufgebaut, hat man auf den Flaschenhals als Wächter über die Carnevalisten gesetzt. Der Schnee auf den Buchstaben soll auf die problematische Situation im Jahr 2010 hinweisen, dass dem Verein die Rheinhalle wegen baulichen und feuertechnischen  Auflagen nicht zur Verfügung steht. Der RCV wird im "Kalten" stehen lassen.

Dieses Motiv als Orden umzusetzen hat richtig Spaß gemacht. Gerade die Figuren  im Wagen sollten filigran und erkennbar sein, doch dieses war nicht durchführbar und musste vereinfacht werden. Die Freiflächen sind durchbrochen. Der Jokus ist in den Originalfarben rot/weiss/blau/gelb, die Flasche in grün und der Schnee auf den Buchstaben  weiß  coloriert. Die Schrift RCV ist goldfarben hochglanzpoliert.

Der schwere gegossene Orden ist vermessingt, die Freistellen sind durchbrochen, mit elf Farben Softemail ausgelegt und Epoxyüberzugslack versehen. Die Größe ist ca. 7 x 7 cm und zur Kordelbefestigung sind zwei Ösen angebracht, dadurch kann sich der Orden nicht drehen. Die Kordel ist in den Farben rot/weiss. Idee und Gestaltung: Franz Siegmund 

Orden 2009 - 125 Jahre Denkmal

Rüdesheim am Rhein feiert 125 Jahre Niederwald-Denkmal. Jährlich wird das Denkmal hoch über der Stadt von 1,5 - 1,8 Millionen Menschen besucht, die nicht nur die gewichtige bronzene Germania bestaunen, sondern auch von dort aus den Blick in das herrliche Rheintal und hinein nach Rheinhessen genießen.

Am 16. September 1877 wurde in Anwesenheit von Kaiser Wilhelm I. der Grundstein für den Bau des Denkmals gelegt. das nach dem Entwurf des Dresdner Bildhauers Johannes Schilling und des Architekten Karl Weißbach umgesetzte Denkmal wurde nach seiner Fertigstellung am 28. September 1883 eingeweiht. Mit dem Bau des 38 Meter hohen Monuments und der 12,5 Meter hohen Germania erinnerte man an die Gründung des neuen Deutschen Reiches unmittelbar nach dem Deutsch/ Französischen Krieg.

Unter der Germania, die in der rechten Hand die Reichskrone, in der linken Hand das Reichsschwert hält, ist der Reichsadler und darunter ein Relief angebracht, es zeigt Kaiser   Wilhelm  I. zusammen mit Fürsten, Herzögen und Soldaten. Wieder darunter sind Vater Rhein und Tochter Mosel symbolisch dargestellt. Die links und rechts stehenden Engel des Friedens und des Krieges wirken ebenso imposant. Auf der linken und rechten Seite des Denkmals sind zwei Reliefbilder angebracht, das eine zeigt den Abschied der Soldaten von der Familie und das andere zeigt die Wiederkehr der Soldaten aus dem Krieg.

Dieses Motiv als Orden umzusetzen ist äußerst schwierig, da alles sehr filigran ist. Gerade die Figuren und das Hauptrelief mit Kaiser Wilhelm müssen durch die Größe vereinfacht bzw. reduziert werden Der Orden selbst ist 3D-Relief ausgeführt, aus Metallguß, altsilberfarben eingefärbt. Die Größe ist 70 mm hoch und 60 mm breit. Die Befestigung ist mit zwei Ösen und Kordel rot/weiss zum Umhängen. Ausführung und Gestaltung: Franz Siegmund 

Orden 2008 - Niederwaldtempel

Das Motiv nimmt Bezug auf das Welterbe "Oberes Mittelrheintal". Welterbe bedeutet auch rücksichtsvolle Weiterentwicklung und eine geschichtsbewußte Aufarbeitung des Ererbten. Es liegt also nahe, Kulturgüter von prägendem Charakter wieder herzustellen. Gerade im Rückblick auf die Epoche der Romantik, die in der sogenannten Rheinromantik gipfelte, offenbart sich der Niederwald als maßgeblicher Ort, wie allein die Geschichte des "Monopteros" wie der Tempel auf dem Niederwald auch  gerne  genannt  wird  beweist.
Dieser nach griechischem Vorbild 1788 errichtete Aussichtstempel, hat den deutsch-französischen Krieg 1870/71, den 1. Weltkrieg 1914/18 und beinahe auch den 2. Weltkrieg überlebt, wenn er nicht noch kurz vor Kriegsende im November 1944 von alliierten Bombern bei einem Luftangriff auf Rüdesheim getroffen worden wäre.

Nachdem Werner Bürk im Jahr 2001 nach 46 Jahren wieder in seine Heimatstadt zurückgekehrt war und am Trümmergrundstück des Tempels mit Hans-Rudi Schneider zusammentraf, vereinbarten die beiden gebürtigen Rüdesheimer den Wiederaufbau des Tempels in Angriff zu nehmen. Sie gründeten den "Förderverein Wiederaufbau Niederwaldtempel e.V." (heute "Tempelverein Rüdesheim am Rhein e.V.") und schon am 5. Juni 2006 konnte der wieder errichtete Tempel eingeweiht werden (Quelle: Werner Bürk, Der Tempel auf dem Niederwald über Rüdesheim am Rhein, 2. Auflage 2007).

Das Vorbild des Ordens ist der wieder errichtete Niederwaldtempel, links zwischen den Säulen das Wappen des RCV (vierfarbig) und rechts die Jahreszahl 2008. Die sitzende Figur im Tempel ist ein "Fern-Seher", der gleichzeitig das Größenverhältnis zum Tempel wiedergibt. Der Orden selbst ist ein schwerer Bronze-Gußorden, durchbrochen, 2-D-linear. Metallausführung golden, 8-farbig ausgelegt, mit rot-weißer Kordel zum Umhängen. Größe ca. 65x 60 mm. Entwurf/Gestaltung: Franz Siegmund 

Weitere Orden vergangener Jahre